A-Z Hilfe | Foto-Album | Kontakt

facebook   TwitterWKF-klein   ekf-klein

kids journal
  • Dr. Axel Binhack

    Dr. Axel Binhack

    Ausbildungsleiter für Karatelehrer

    0176-78545785

    6.DAN

    Leitet seit 1999 die Ausbildungen zum Karatelehrer im DKV


     

Bericht DKV-Karatelehrer-Ausbildung  2018

DKV-Karatelehrer-Ausbildung  2018

Nachdem sich der ein oder andere schon seit vielen Jahren vorgenommen hatte, die Ausbildung zum Karatelehrer zu machen, war es nun endlich soweit: Das erste Karatelehrer-Wochenende im Januar fand in der Sportschule in Frankfurt statt.

Samstagmorgen um 10h versammelten wir uns im Seminar- und Trainingsraum, wo uns Axel Binhack mit einer Einführung begrüßte und uns den Aufbau der Ausbildung zum Karatelehrer I erklärte. Die Ausbildung ist anhand der Elemente aufgegliedert, in Erde (fest, stark), Wasser (weich, fließend), Feuer (explosiv) und Wind (spielerisch, leicht). Das erste Ausbildungswochenende stand daher im Zeichen der Erde. 

Axel stellte uns in der Praxis verschiedene Karatestände, Grundschulkombinationen sowie elementspezifische Ausführungen vor, sodass wir uns schnell in die einzelnen Elemente reinfühlen konnten. Nach einem reichhaltigen Mittagessen und der Klärung von Fragen, erklärte uns Physiotherapeut und Karateka Carsten Gilberg Gelenke, Muskeln und Faszien im Zusammenhang mit Karate. Er konnte uns einige konkrete Tipps geben und auch etwas speziellere Fragen durch seinen reichhaltigen Erfahrungsschatz gut beantworten. Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit Jiu-Jitsu-Urgestein Stephan Wolf, der uns mit viel Humor ins Jiu-Jitsu einführte, was uns allen großen Spaß bereitete. Nach einem gemeinsamen Abendessen ließen wir den ersten Tag im Bistro der Sportschule ausklingen und hatten hier noch ausreichend Gelegenheit, uns gegenseitig besser kennenzulernen, sowie Axel noch ein paar Löcher in den Bauch zu fragen.

Am nächsten Morgen ging es dann mit Achim Keller (8. Dan Karate/Kyusho-Jitsu) weiter. Achim Keller kennt über 100 (!) Katas und deren Anwendungsmöglichkeiten und beeindruckte uns mit einem unglaublichen Fundus an Hintergrundwissen. Er zeigte uns eine sehr alte Kata, die Matsumura no Passai und viele verschiedene Anwendungsmöglichkeiten, die für einige Aha-Effekte sorgten. Er zeigte uns außerdem einige Kyusho-Anwendungen (Vitalpunkte am Körper), die dem ein oder anderen schmerzhaft im Gedächtnis blieben. Da Fritz Nöpel an diesem Vormittag leider krankheitsbedingt ausfiel, konnte sich Achim Keller hierfür etwas mehr Zeit nehmen.

Das erste Wochenende beschlossen wir mit einem tollen Mittagessen, Kaffee und Tee, sowie der Beantwortung von Fragen durch Axel. Danach konnten wir alle motiviert und voll mit neuem Wissen wieder in unsere Dojos zurückkehren.

Das zweite Wochenende im April stand im Zeichen des Elements Wasser und führte uns in die Sportschule in Hennef. Axel stellte uns zusammen mit Johannes M. Zakaria das Element Wasser näher vor. Hier durften wir Wasser-Übungen aus dem Qi Gong und T’ai Chi, sowie aus dem Karate ausprobieren – und dabei viel lächeln! Johannes‘ ansteckende gute Laune trug uns in den Nachmittag, wo zum ersten Mal beim Karatelehrer auch Grappling mit Stefan Larisch auf dem Programm stand. Stefan war sehr motiviert und erklärte uns kurz die Wurzeln von Ringen, Bodenkampf und Grappling. Danach gings sofort zur Sache bzw. an den Mann oder die Frau. Mit viel Spaß konnten wir einige Grundübungen am Boden und um jemanden auf den Boden zu bringen austesten, was die meisten Karateka eher nicht gewohnt waren.

Auch an diesem Abend saßen wir wieder zusammen, um uns untereinander und auch mit Axel auszutauschen – ein gelungener Ausklang eines hochinteressanten Tages.

Den Sonntagmorgen begannen wir mit Yoga-Übungen mit Karateka Henner Nordmann, der uns mit seinen 80 Jahren (!) durchaus zu beeindrucken wusste. Die meisten wären wohl froh, wenn sie in diesem Alter noch so fit wären. Danach beehrte uns nochmals Achim Keller, um mit uns die Matsumura no Passai zu wiederholen und uns noch einige Anwendungsmöglichkeiten vorzustellen.

Im Juni folgte das dritte Ausbildungswochenende „Feuer“ – dieses Mal wieder in Frankfurt. Nach einem interessanten Vortrag „Zur Philosophie des Kämpfens im Karate-Do“ von Axel Binhack, übten wir feuerartige Techniken und Drills. Am Nachmittag folgte ein sehr interessanter Vortrag von Martin Nienhaus über die Elemente aus Sicht der chinesischen Philosophie und Heilkunst. Im Anschluss veranschaulichte uns Martin auf beeindruckende Weise, wie man über neurolymphatische Zonen Muskeln „ein- und ausschalten“ kann. Dies soll dazu dienen Blockierungen im Körper zu lösen, bzw. um Blockierungen beim Gegner zu verursachen. Wir konnten dies auch gegenseitig am Partner ausprobieren, was uns zutiefst beeindruckte.

Am späten Nachmittag führte uns Holger Fritz in die philippinische Kampfkunst Escrima ein. Wir übten ohne Stöcke, mit einem Stock, mit zwei Kurzstöcken und am Ende auch noch mit Gummimessern, um möglichst viel von dieser schnellen und vielseitigen Kampfkunst kennenzulernen. Nach einem gemeinsamen Abendessen mit Holger, ließen wir auch diesen informativen Tag im Bistro ausklingen.

Am nächsten Morgen folgte ein Nachtrag zum Thema Wasser: Kein geringerer als Jürgen Kestner führte uns zusammen mit Axel in die chinesische Kampfkunst Wing Tsun ein. Zu Beginn erfuhren wir einiges an Theorie, z. B. dass diese Kampfkunst von einer Frau im alten China entwickelt wurde. In der Praxis lernten wir neben den Stellungen und dem charakteristischen Kettenfauststoß auch einige Drills kennen. Oberstes Gebot hierbei war es locker zu bleiben, eben wie das Wasser. Zuletzt machten wir gemeinsam eine Kata aus dem Wing Tsun und verglichen diese mit der Kata Tensho aus dem Goju-Ryu. Hier konnte man doch einige Ähnlichkeiten feststellen, was wieder zeigt, woher die Wurzeln des Karate kommen.

Nachdem wir noch unsere letzten Fragen und auch Feedback loswerden konnten, traten alle glücklich und bereichert wieder den Heimweg an.

Ende Juni nutzten dann einige von uns auch gleich die Gelegenheit, um mit den Modulen vom Karatelehrer II zu beginnen. Modul 17 nennt sich „Die Energie der Elemente im Karate“ und wird von Axel Binhack und Martin Nienhaus in der Sportschule in Frankfurt angeboten. Neben den theoretischen Hintergründen der Elemente-Lehre, lernten wir passend zu den einzelnen Elementen weitere (Partner-)Übungen und einen Kata-Flow. Zusätzlich zeigte uns Martin fünf Übungssequenzen, um wichtige Muskelgruppen zu kräftigen, zu lockern und um nach einem anstrengenden Training die Energie im Außen wieder in den Körper zurückzuführen. Ausführliche und informative Skripte rundeten diesen erfolgreichen Tag ab.

Den Abschluss der Karatelehrer-I-Ausbildung im August bildet das Element Wind. Hier wird viel mit Sprüngen und Drehungen gearbeitet, was uns durch Einführungen in die Kampfkünste Aikido und Koreanisches Karate verdeutlicht werden wird. Optional kann man auch noch ein Wochenende zum Element Leere besuchen. Dies gilt als Fortbildung zum Karatelehrer I und auch als Modul zum Karatelehrer II. Bei Besuch aller vier Wochenenden der Ausbildung zum Karatelehrer I, erlangt man eine Trainer-B-Lizenz Breitensport.

Darauf aufbauend gibt es eben die Module der Karatelehrer-II-Ausbildung, wovon man 12 Module besuchen muss, um die Ausbildung abzuschließen. Hierfür bekommt man dann eine Trainer-A-Lizenz Breitensport. Dazu gehört auch das „Ernstkampfseminar“ von Axel Binhack und Jürgen Kestner im September. Auch auf dieses Modul freue ich mich sehr und es wird sicherlich sehr spannend werden.

Im nächsten Jahr wird es außerdem einen Jubiläumslehrgang geben, da der Karatelehrer I nun schon 20 Jahre alt wird. Es wird ein Wochenende mit einigen hochkarätigen Trainingseinheiten geben, um diese tolle Ausbildung gebührend zu feiern.

Zusammenfassend kann man sagen, dass dies eine sehr gute Möglichkeit zur Weiterbildung ist. Es sind wirklich hochkarätige Lehrer, die einem hier einen Blick über den Tellerrand ermöglichen. Auch die Theorie und die Hintergründe sind sehr interessant. Beide Sportschulen inkl. Verpflegung sind sehr gut und es kommen sehr motivierte Leute, zum Beispiel aus Hamburg und Berlin, zu den Wochenenden. Hier kann man sich gut austauschen und sehr viel Neues lernen. Axel Binhack war von Anfang an dabei und überzeugt mit seinem sehr umfangreichen theoretischen und praktischen Fachwissen und seiner sympathischen Art. Diese Ausbildung kann man jedem Dan-Träger nur empfehlen und wir freuen uns schon sehr auf die anderen Module der Karatelehrer-II-Ausbildung.

© Lena Meixner


Deutscher Karate Verband e.V. Unsere Ressorts und Themen

Bundesgeschäftsstelle
Am Wiesenbusch 15  | 45966 Gladbeck

Fon: +49 (0)2043 / 2988-0

Fax: +49 (0)2043 / 2988-91
Email: info@karate.de