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09. Oktober 2025
Im März ist Osterburg Veranstaltungs-Ort, im September Bad Salzuflen.

Es waren intensive und zugleich erkenntnisreiche Tage gewesen, die die Teilnehmerinnen der zweiten Ausbildung zur zertifizierten "Guardian Girls Trainerin des DKV" in Nürnberg erlebt hatten.
Unter der Leitung von Ulrike Maaß, die als "Guardian Girls Instructor" der World Karate Federation für die Ausbildungs-Inhalte hierzulande verantwortlich ist, war das gesamte Spektrum der "Selbstbehauptung und Selbstermächtigung" in der Theorie erörtert und in der Praxis umgesetzt worden.
Im kommenden Jahr besteht die Möglichkeit, in Osterburg (5. - 8. März) und Bad Salzuflen (10. - 13. September) an der Ausbildung teilzunehmen.
Dirk Kaiser

Wir alle haben viel Erfahrung im Karate, viele von uns sind selbst Trainerinnen oder engagieren sich in der Vereinsarbeit. Jedoch waren die Voraussetzungen im Hinblick auf das Thema "Selbstverteidigung" sehr unterschiedlich: einige hatten so gut wie keine Berührungs-Punkte gehabt, andere wiederum hatten erste Erfahrungen gemacht – und ich selbst habe die komplette SV-Lehrer-Ausbildung des DKV absolviert.
Schon die erste Übung hatte gezeigt, dass dieser Lehrgang anders ist: Ulrike Maaß brachte ein Wollknäuel mit. Zuerst haben wir uns gefragt, was das wohl soll – am Ende waren wir überzeugt: eine spielerische, aber wirkungsvolle Methode, um schnell Vertrauen und Team-Geist aufzubauen. Genau das ist für viele Frauen in Kursen entscheidend: Nur wenn wir uns sicher und gesehen fühlen, können wir lernen.
Die ersten Tage waren eine Mischung aus Theorie und Praxis. Themen wie "Gewalt", "Selbstachtung", "Konflikt-Typen" oder "typische frauenspezifische Eigenschaften" gaben uns eine gute Basis. Richtig spannend wurde es dann im Dojo: Stopp sagen, Blickkontakt halten, Schutzhaltungen einnehmen. Für uns Karateka ist das selbstverständlich. Aber Ulrike Maaß hat deutlich gemacht, wie groß die Hürde für Anfängerinnen sein kann – und wie wichtig es ist, sie da mitzunehmen.
Es folgten Reaktions-Übungen mit Schwimm-Nudeln, Befreiungen aus Handgelenks-Griffen und Würge-Angriffen, später Szenarien wie bedrängt werden in der U-Bahn oder an die Wand gedrückt zu werden. Besonders eindrücklich war das Training in Bodenlage – für viele ein Angst-Szenario. Aber genau da hat jede von uns erlebt: "Ich bin nicht hilflos, ich kann etwas tun." Eine Teilnehmerin sagte danach: "Ich finde Bodenlage-Training super!" Und das von jemandem, der anfangs sehr skeptisch gewesen war.
In den Feedback-Runden wurde spürbar, wie viel jede einzelne Frau aus dem Lehrgang mitgenommen hat. Einige sagten:
Für mich war das sehr beeindruckend. Ich bin schon lange im Karate und in der Selbstverteidigung aktiv – aber zu sehen, wie sehr auch erfahrene Trainerinnen durch dieses Programm wachsen, hat mich noch mal mehr davon überzeugt, wie wichtig das "von Frauen für Frauen" ist.
Ich habe viele neue Impulse mitgenommen, wie ich beispielsweise meine eigenen Kurse optimieren kann. Und ich bin überzeugt: Mit den "Guardian Girls" können wir Frauen erreichen, die sonst nie den Schritt in eine SV-Stunde oder gar ins Dojo wagen würden.
Ich kenne die SV-Lehrer-Ausbildung und weiß, wie fundiert sie ist. Aber das "Guardian-Girls"-Programm ist keine Konkurrenz, sondern die notwendige Ergänzung. Es geht nicht nur um Techniken – die sind oft ähnlich –, sondern darum, wie man sie Frauen vermittelt.
Viele Frauen öffnen sich in Frauen-Gruppen anders, sprechen ehrlicher über Ängste, trauen sich mehr. Und genau das braucht es, wenn wir sie erreichen wollen.
"Ich werde diese Ausbildung weiterempfehlen."
Nach dreieinhalb Tagen intensiven Trainings, vielen Gesprächen, Muskelkater und ein paar blauen Flecken bin ich vor allem mit einem Gefühl nach Hause gefahren: Das war wichtig. Wichtig für mich als Trainerin, wichtig für die Frauen, die wir mit diesem Programm künftig erreichen können, und wichtig für den DKV, um zu zeigen: Wir nehmen die Bedürfnisse von Frauen ernst.
Ulrike Vauth (SV Böblingen, A-Trainerin "Selbstverteidigung")